Pflichtsieg für starke Leopoldshöher

18.12.2006Der TuS Leopoldshöhe bleibt in der 2. Bundesliga ungeschlagen. Gegen eine stark ersatzgeschwächte Riege aus dem westlichen Ruhrgebiet gelang am 4. Wettkampftag ein nie gefährdeter Kantersieg. Alle sechs Geräte wurden gewonnen. Top-Scorer wurde wieder einmal Ruslan Pantelemonov. Mit der Maximalausbeute von 30 Punkten war der gebürtige Ukrainer eine Klasse für sich.

18:20. Barren. 2. Duell. Leo führt 70:8. Ivan Sommer präpariert das Gerät. Er legt los wie die Feuerwehr. Healy als Höchstschwierigkeit, Healy auf die Oberarme. Plötzlich steht er unten, hält sich die Hand. Den Zuschauern stockt der Atem. Jeder weiß sofort: Das ist keine gewöhnliche Verletzung. Die Vermutungen bestätigen sich. Der Finger ist ausgekugelt. Instinktiv versucht Ivan, seinen Finger wieder einzurenken. Es gelingt. Aufatmen. Dann geht er zum Magnesiakasten. „Er wird doch nicht…“ Tatsächlich. Ivan setzt seine Übung fort und turnt zum Abgang noch einen Doppelsalto.

Dazu Physiotherapeut Sven Tippelt: „Nicht zur Nachahmung empfohlen. Aber beim Ivan ist das vertretbar. Seine Einstellung ist es, die mir imponiert.“

„Das ist ein Turnerherz“, bemerkt sofort Gastkampfrichter Gerd Müller. „Ich kenne nicht viele Turner, die mit so einer Verletzung die Übung zuende turnen. Und noch weniger, die das bei diesem Punktestand tun.“ „Das war symptomatisch für den ganzen Wettkampf“, so Trainer Jens Fischer.
Die KTV Ruhr-West war mit lediglich vier Akteuren angereist. Verletzungspech, Terminüberschneidungen und ein fehlendes Visum verursachten den personellen Engpass. Nach wenigen Übungen war der Wettkampf entschieden. Umstände, unter denen es schwer fällt, Spannung und Konzentration hoch zu halten. Sportliche Fairness war das Gebot der Stunde. „Genau das habe ich der Mannschaft auch gesagt“, befand der Trainer der Leopoldshöher. „Ivans Barrenübung steht stellvertretend für die vorbildliche Einstellung meiner Jungs am heutigen Wettkampftag.“

Gleich zu Beginn sahen die Zuschauer die zweitbeste Bodenübung. Martin Lamer sorgte für ein 5:0. Ein Geniestreich von Ruhr-West Trainer Jozsef Kakuk brachte den Gästen die ersten zwei Scorepunkte. Er setzte seinen besten Turner, André Sauerborn, an Nr. 2. Leopoldshöhe schlug zurück. Ruslan Pantelemonov und Michael Krüger fuhren ohne Gegenwehr 10 Punkte ein. Klassenunterschiede boten sich am Pauschenpferd. Ivan Sommer und Ronald Mahnke griffen erfolgreich ins Wettkampfgeschehen ein. Mit der höchstmöglichen Punktzahl wurde das zweite Gerät gewonnen (20:0).

An den Ringen sorgten Martin Lamer, Alexander Donath und Ruslan Pantelemonov für die nötigen Scorepunkte. An ihrem Paradegerät präsentierten die Leopoldshöher insgesamt 9 D-Teile, also alle geplanten Höchstschwierigkeiten. Keiner zog angesichts des deutlichen Vorsprungs zurück. „Gerade hier müssen wir sicherer werden“, erklärte Routinier Miroslaw Tam die Situation an seinem Lieblingsgerät. „Gegen die starken Teams der Liga kann es psychologisch von Vorteil sein, zur Halbzeit deutlich in Führung zu liegen.“ Nach der Pause ging es schnell. Nur fünf Turner starteten am Sprung. Ruslan Pantelemonov strich mit einem Doppeltsukahara gestreckt die Tageshöchstnote ein (15,75). Auch Dirk Seliger, der seinen Geschwindigkeitsüberschuss nach einem höchst ansehnlichen Überschlag-Salto gestreckt erst im Zuschauerraum abbremste, und Thomas Neitzel wurden fünf Scorepunkte gutgeschrieben. Für Ruhr-West punktete André Sauerborn.

Die Barrenwertung ging mit 15:4 an die Hausherren. Ruslan Pantelemonov zeigte abermals eine Weltklasseübung. Seinem Moy folgte ein spektakulärer Grätschsalto auf die Oberarme. Einen weiteren Salto über dem Gerät turnte er nach einem punktgenauen Healy in den Stütz. Tosender Applaus ertönte im Anschluss an seinen Abgang, einem Doppelsalto gebückt. „Das war für mich der Höhepunkt des gesamten Wettkampfes“, meinte Teamchef Friedrich-Wilhelm Nagel anerkennend. Am Reck offenbarten sich erneut Klassenunterschiede. 17:0 lautete das Geräteergebnis am Ende.
Der nächste Vergleich findet bereits am kommenden Samstag statt. Dann geht es zum Auswärtswettkampf nach Dreistiefenbach. Gegner ist der ebenfalls noch ungeschlagene SKV Siegerland. Ein echter Härtetest. Am 25.11.06 um 17 Uhr steigt dann der Heimwettkampf gegen das MTT 2 Chemnitz/Halle. Das „Spitzenspiel“. Turnen vom Feinsten. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Bestellungen unter fwnagel@web.de oder unter 05208/7175.

Statistik:
Gerätewertungen: (die erstgenannte Zahl ist jeweils die des TuS Leopoldshöhe, die zweite die der KTV Ruhr-West)
Boden: 15 : 02
Seitpferd: 20 : 00
Ringe: 15 : 04
Sprung: 15 : 02
Barren: 15 : 04
Reck: 17 : 00
Gesamt: 97 : 12

Top Scorer:
Ruslan Pantelemonov (TuS Leopoldshöhe) mit 30 Score-Punkten
Michael Küger (TuS Leopoldshöhe) 15
Martin Lamer (TuS Leopoldshöhe) 15

Weitere Ergebnisse:
TSG Sulzbach – NTT Hannover/Celle 40 : 40 (06:06 Gerätepunkte)
KTV Koblenz – Siegerländer KV 10 : 82 (00:12 Gerätepunkte)
KTV Obere Lahn – MTT 2 Chemnitz/Halle bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt

Tabelle:
1. TuS Leopoldshöhe 08 : 00 Punkte 45:03 Gerätepunkte
2. Siegerländer KV 08 : 00 44:04
3. MTT 2 Chemnitz/Halle 06 : 00 36:00
4. NTT Hannover/Cele 03 : 05 22:26
5. TSG Sulzbach 03 : 05 19:29
6. KTV Obere Lahn 02 : 04 14:22
7. KTV Koblenz 00 : 08 00:36
7. KTV Ruhr-Weste 00 : 08 00:36

Weitere Informationen: www.deutsche-turnliga.de

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